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Apr 17

Das Stromtankstellennetz

Strom so zu tanken wie man das bei Benzin oder Diesel gewohnt ist, das lässt sich momentan kaum realisieren. Die Gründe hierfür sind sowohl technischer als auch infrastruktureller Natur.
Elektrofahrzeuge haben derzeit noch geringe Reichweite. Das heisst dass man zwischen zwei Ladedurchgängen meist nur etwa 100 oder 150 Kilometer zurücklegen kann.  Dazu kommt, dass der Ladevorgang recht langwierig ist. So herrscht bei einigen Leuten immer noch das Gefühl vor, sie würden durch Elektroautos in ihrer Flexibilität eher eingeschränkt.
Auf der infrastrukturellen Ebene kommt nämlich noch das Problem der lokalen und exklusiven Angebotslage hinzu. Ein offenes Stromtankstellennetz ist allenfalls in Planung, die derzeitige Situation sieht anders aus. Es dominieren einzelne Ladestationen welche von Stromversorgern oder Stadtwerken betrieben werden. Der Kunde geht dabei in der Regel eine vertragliche Bindung ein und kann nur an den jeweils zugehörigen Stationen Ladestrom beziehen.
Dementsprechend muss man sein Fahrverhalten den genannten Gegebenheiten anpassen. Das bedeutet, dass die Ladedurchgänge vorausgeplant werden müssen und das Fahrpensum rationell eingeteilt werden muss. Manche Fahrten lassen sich so gar nicht erst erledigen. Vor allem für private Nutzer von Elektroautos stellt dies ein Problem dar. Anders ist dies nur bei Firmen welche eine Elektroflotte besitzen.  Sie verfügen über beste Kapazitäten zur Bereitstellung des Ladestroms in Eigenregie. Die Ladevorgänge auf dem Betriebsgelände können problemlos ausserhalb der Dienstzeiten stattfinden.
Wollte man der Vorstellung eines mit dem heutigen Tankstellensystem vergleichbaren Ladenetzes nahekommen, müssten zunächst integrative Lösungen gefunden werden. Das heisst, die einzelnen bereits bestehenden Ladesäulen müsste zu einem offenen Netz vereint werden. Durch geeignete Navigationsinstrumente oder gezielte Werbung müsste den Autofahrern das Auffinden der einzelnen Ladestationen erleichtert werden. Schließlich sind Stromtankstellen nicht so gut erkennbar wie Benzintankstellen. Auch eine Methodik zur Preisfindung und Berechnung der Tankkosten wäre notwendig. So könnten die einzelnen Anbieter schließlich auch mit verschiedenen Tarifen um die Kundeschaft konkurrieren.
Dazu kommt die technische Komponente. Doch auch auf dieser Ebene zeichnen sich Fortschritte ab. So existieren bereits seit einer Weile auch spezielle Schnellladestationen. An diesen ist es bereits heute möglich die Batterien in nur 30 Minuten wieder komplett aufzuladen. Auch die Reichweiten der Elektrofahrzeuge werden sich voraussichtlich dank neuer Batterien- und Akkutechnologien in Zukunft steigern lassen.
So könnte es gar nicht so abwegig sein, dass wir mit unseren Autos in Zukunft an Stromtankstellen fahren.

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