Suchtgefahren bei Rollenspielen
15. Juli 2010 | Von Sharif | Kategorie: ComputerOnline-Rollenspiele sind längst nicht mehr nur bei jungen Männern beliebt, die sich exzessiv in virtuelle Welten flüchten. Mittlerweile gehören auch Familienväter und allein erziehende Mütter zu den aktiven Mitgliedern in MMORPGs und treffen sich regelmäßig online mit anderen Spielern, um interaktive Abenteuer zu bestreiten. Von Außenstehenden werden Online-Rollenspieler trotzdem immer noch belächelt. Wer sich nicht mit der Materie auskennt, dem erscheint das Treiben auf dem Bildschirm meist wie ein Buch mit sieben Siegeln. Vorgeworfen wird den Spielern Realitätsflucht; im selben Atemzug wird vor Isolation und erhöhter Suchtgefahr gewarnt. Natürlich ist nicht jeder, der in seiner Freizeit gern Online-Rollenspiele spielt, automatisch als süchtig einzustufen. Für viele ist es einfach ein interessanter Zeitvertreib. Wenn es auch dabei bleibt, ist selbst aus ärztlicher Sicht nichts dagegen einzuwenden.
Anders liegt der Fall bei denjenigen Spielern, die einen Großteil ihrer Zeit und ihres Geldes in das Spiel investieren. Auch gratis MMORPGs kosten Geld, in dem man Zusatzausrüstung, Charakterpunkte usw. mit richtigem Geld erkauft. Wenn sich das gesamte Leben nur noch um Spielzüge und Aufsteigen in höhere Level dreht, besteht in manchen Fällen tatsächlich die Gefahr einer Internetsucht. Besonders, wenn der Betreffende alle anderen sozialen Kontakte stark vernachlässig oder gar abreißen lässt, sollte man hellhörig werden. Besonders Eltern haben oft Angst, ihr Kind könnte in eine solche Abhängigkeit geraten. Hat man den Verdacht, dass ein Bekannter oder Verwandter gefährdet ist, sollte man sich überlegen, professionelle Hilfe hinzuzuziehen. Mittlerweile gibt es auch entsprechende Selbsthilfegruppen, in denen man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann.